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Die Kursteilnehmer mit ihrer Dozentin vom Institut für Bildung in Senden (v. l.) und Dr. Kaja Haeger, der Leiterin des Studierenden-Service-Centers und Koordinatorin des Kurses (v. r.).

Integration durch Mentoring

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Hochschule Ulm bietet Starthilfe für Geflüchtete

​Seit Juni 2016 bieten die Hochschulen in Ulm und Neu-Ulm gemeinsam studienvorbereitende Deutschkurse für Geflüchtete an. Die im Rahmen des DAAD-Programms "Integration von Flüchtlingen ins Fachstudium (Integra)" geförderten Kurse sollen diese gezielt auf die Anforderungen eines Studiums in Deutschland vorbereiten. Um den jungen Menschen den oftmals schwierigen Start in Deutschland zu erleichtern, hat das Studierenden-Service-Center der Hochschule Ulm zusätzlich ein Mentoring-Programm ins Leben gerufen.

​„Unsere Sprache zu lernen, ist der erste Schritt für eine erfolgreiche Integration“, erklärt Prof. Dr. Hans-Georg Bruchmüller, der sich mit den Teilnehmern einmal pro Woche trifft und sie als Mentor durch den Kurs begleitet. Während der Treffen achtet er darauf, dass ausschließlich deutsch gesprochen wird. „Wichtig ist aber auch, sie mit der neuen Kultur und dem Bildungssystem in Deutschland vertraut zu machen“, betont der Professor für Elektrotechnik. Die Anforderungen für ein Studium oder für eine Anstellung in einem Unternehmen seien in Deutschland deutlich höher als in vielen Herkunftsländern.

Als Mentor unterstützt Bruchmüller die Geflüchteten dabei, in Deutschland möglichst bald auf eigenen Beinen zu stehen. Er berät sie bei der Planung ihrer beruflichen Zukunft, zeigt ihnen ihre Chancen auf, macht sie aber auch auf mögliche Risiken aufmerksam. „Die Teilnehmer müssen sich überlegen, wie ihr nächster Schritt aussehen soll. Besonders wichtig ist hierbei, dass ihre Pläne realistisch und konkret sind.“ An dieser Stelle arbeitet er eng mit Dr. Klaus Häberle zusammen. Der Leiter der Stabsstelle Zentrale Studienberatung & Career Center der Hochschule hat Erfahrung damit, junge Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Als Hochschule stehen wir in der sozialen Verantwortung, Flüchtlingen Bildung zu ermöglichen und ihnen den Weg in die hiesige Berufswelt zu ebnen“, so Häberle.

Der vom Institut für Bildung in Senden durchgeführte Kurs läuft noch bis Januar 2017 und vermittelt Deutschkenntnisse bis zu dem Niveau C1 – die zweithöchste von insgesamt sechs Niveaustufen nach dem gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER). Mit dem Angebot des Sprachkurses solle die Brücke zwischen dem Abschlussniveau der Integrationskurse und der Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen geschlossen werden, sagt Prof. Dr. Christian Dettmann, Prorektor für Studium und Lehre der Hochschule.

Wenn sie den Kurs erfolgreich abschließen, erfüllen die Teilnehmer die sprachlichen Voraussetzungen, um sich an der Hochschule Ulm oder einer anderen deutschen Hochschule für ein Studium zu bewerben. Laut Bruchmüller sei es jedoch nicht das Ziel, unbedingt alle Kursteilnehmer für ein Studium zu begeistern. „Manch einer merkt bereits jetzt, dass er mit einem Studium überfordert wäre. Wichtig ist mir daher, jedem einzelnen eine passende und realistische Perspektive zu eröffnen, um ihm schnellstmöglich zu Selbstständigkeit und finanzieller Unabhängigkeit zu verhelfen.“

15.11.2016 17:30

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