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Mit Weltraumfalttechnik zum Innovationspreis der THU

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Japanische Faltkunst trifft auf schwäbischen Erfindergeist

​Miura-ori, eingedeutscht die Miura-Faltung, ist eine Origami-Methode, um Papier (oder andere Materialien mit glatter Oberfläche) sehr klein zusammenzufalten. 1970 vom japanischen Astrophysiker Koryo Miura entwickelt, findet diese Art der Faltung heutzutage in der Raumfahrt Verwendung – Solarmodule können dank dieser Falttechnik effizient transportiert und im Weltraum fehlerfrei entfaltet werden. Auch in der Natur lässt sich diese Methodik beobachten, beispielsweise beim Entfalten von Insektenflügeln nach der Verpuppung oder beim Aufbrechen von Mohnknospen.

Lucas Maximilian Braun, Schüler des Gymnasiums Wilhelmsdorf, untersuchte das Miura-ori im Rahmen des renommierten Nachwuchswettbewerbs „Jugend forscht“. Dafür führte er Experimente hinsichtlich der enormen Belastungsfähigkeit, welche die Faltung Papieren verleiht, durch. Der 15-jährige berücksichtige bei seiner Untersuchung auch verschiedene Parameter wie z.B. die Kraft der Reibung, die auf das Papier wirkt, oder die Dicke des Papiers. Anschließend schaute sich der Schüler das Stauchungsverhalten an: Was passiert bei der Wiederausdehnung der Faltung nach dem Stauchen? Wie ändern sich die Längen aller Seiten beim Stauchen einer bestimmten Seite? Auch praktische Anwendungen ließ sich der Nachwuchsingenieur einfallen: So nutzte er die Falttechnik als schützende Verpackung oder als mitwachsenden Blumentopf.

Für seine wissenschaftliche Vorgehensweise und sein Erfindergeist wurde Herr Braun nun mit dem Innovationspreis der THU ausgezeichnet, der dieses Jahr zum zweiten Mal im Rahmen des Regionalwettbewerbs der Innovationsregion Ulm von „Jugend forscht“ verliehen wurde. Neben 75 Euro Preisgeld erwarten den Preisträger ein persönliches Coaching mit den Startup-Spezialisten der Technischen Hochschule Ulm, sowie die Teilnahme an einem Kurs im Rahmen des Startup-Programms der THU. Und wer weiß, vielleicht wird der Schüler mit dem Interesse für Miura-ori eines Tages auch ein Weltraumstartup gründen, wie jener berühmte amerikanische Unternehmer, der mit dem Raumfrachter Dragon oder der wiederverwendbaren Trägerrakete Falcon gerade das Raumfahrtwesen revolutioniert.

17.03.2021 17:15

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