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Campus Prittwitzstrasse

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Portrait

Gegründet 1960 als Staatliche Ingenieurschule ist die Hochschule seit März 2019 Technische Hochschule. Die von Anfang an etablierte fachliche Ausrichtung an der Technik ist in allen Entwicklungsschritten der Hochschule nie verlassen worden. Da Technik kein Selbstzweck ist, bietet die Hochschule ihre Themen auch in Kombination mit verschieden Anwendungsbereichen an und vermittelt darin praxisorientierte Kenntnisse und Fertigkeiten aufbauend auf angewandter Forschung. 


Geschichte

1960 - Die Staatliche Ingenieurschule Ulm (SISU) startet in der Sägefeldschule Wiblingen mit den vier ersten Studiengängen:
  • Maschinenbau (Konstruktion)
  • Maschinenbau (Fertigung)
  • Nachrichtentechnik
  • Feinwerktechnik
1963 - Die SISU zieht in den Neubau in der Prittwitzstraße. Die ersten Absolventen verlassen die SISU.

1965 - Das Angebot wird erweitert um den Studiengang Stahl- und Leichtbau. Das Institut für Kerntechnik wird fertiggestellt.

1970 - Die SISU führt neue Studiengänge ein: Produktionstechnik und Technische Informatik.

1972 - Die SISU wird aufgrund des ersten Fachhochschul-Gesetzes des Landes Baden-Württemberg zur Fachhochschule Ulm. Sie ist dem Wissenschaftsministerium unterstellt, besitzt Wahlgremien zur Selbstverwaltung, Studentenvertretung und Freiheit in Forschung und Lehre.

Das Studienangebot der Fachhochschule wird zwischen 1977 und 2006 weiter ausgebaut, u.a. durch folgende Studiengänge:
  • 1977 - Fahrzeugtechnik
  • 1977 - Industrieelektronik
  • 1988 - Automatisierungstechnik (eingerichtet an der Außenstelle Geislingen, die im Zuge einer Neuordnung 1999 aufgegeben wird)
  • 1988 - Medizintechnik
  • 1990 - Energietechnik (eingerichtet am neuen Standort in Böfingen, Campus Eberhardt-Finck-Straße)
  • 1995 - Wirtschaftsingenieurwesen als erste Lehr-Allianz mit der neugegründeten Fachhochschule Neu-Ulm, eingerichtet per Staatsvertrag 
  • 1997 - Medizinische Dokumentation und Informatik
  • 1999 - Digital Media
  • 2000 - Wirtschaftsinformatik gemeinsam mit der FH Neu-Ulm
  • 2003 - Fahrzeugelektronik
  • 2004 - Wirtschaftsingenieurwesen Logistik

1989 - Die Institute für Innovation- und Transfer (IIT) Automatisierungssysteme und Medizintechnik (heute Institut für Angewandte Forschung IAF) sowie
die Technischen Akademie Ulm (TAU) als Weiterbildungseinrichtung werden gegründet

1991 - 1994 - Stabsbereiche stärken Leitungs- und Servicekompetenz: das Akademische Auslandsamt für die Intensivierung der internationalen Beziehungen und das Regionale Wissenschaftszentrum (RWZ) für Wissenschaftskommunikation und Wirtschaftskontakte.
Mit der Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung kommt ein weiterer Stabsbereich hinzu.

1998 - Die Fachhochschule Ulm weiht den Neubau auf dem Oberen Eselsberg ein (Campus Albert-Einstein-Allee).

2000 - Die Fachhochschule Ulm führt eine neue Form von dualen Studiengängen in Zusammenarbeit mit der IHK und der Berufsschule ein: die Kooperationsstudiengänge nach dem Ulmer Modell

2001 - Die Mitglieder des neu eingeführten Hochschulrates werden berufen.

2002 - Das RWZ wird Teil von Corporate Communications und Marketing. Die ersten Master-Studiengänge wie Sustainable Energy Competence werden eingeführt.

2003 - Die Fachhochschule Ulm gibt sich ein Leitbild. Es erfolgt die Gründung von FHU Alumni-Netz e.V.

2004 - IAF Automatisierungssysteme und IAF Medizintechnik werden zu einem einzigen Institut für Angewandte Forschung vereint. Die Aufgaben des früheren RWZ gehen auf das neueingerichtete Prorektorat für Forschung und Transfer über.
Neue Master-Studiengänge wie die Medizintechnik erweitern das Portfolio der Fachhochschule Ulm

2006 - Die Fachhochschule Ulm wird aufgrund des neuen Landeshochschulgesetzes zu einer sogenannten Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Sie erhält den Namen „Hochschule Ulm – Technik, Informatik und Medien“. Ab dem Wintersemester ist das Studienangebot komplett auf die gestuften Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt.

2007 - Alle Studiengänge sind durch die Agenturen ASIIN und ACQUIN akkreditiert.

2008 - Die neue Lehr-Allianz mit der Hochschule Biberach bietet den gemeinsamen Studiengang Energiesysteme an.
Es erfolgt die Einrichtung einer Graduate School für die Vermarktung des Master-Programms und die Betreuung der Master-Studierenden

2010 - Die Hochschule feiert ihr 50-jähriges Jubiläum

2017 - Die Hochschule startet unter Einbindung aller Gruppierungen der Hochschule einen umfassenden Strategieprozess.

2018 - Die Weiterbildung der Hochschule wird in eine gemeinsame Einrichtung mit der Universität Ulm transferiert, der School of Advanced Professional Studies (SAPS).
Universität und Hochschule Ulm gründen ein gemeinsames Zentrum für Energieforschung und -technologie.

2019 - Zum 1. März 2019 wird die Hochschule in Technische Hochschule Ulm umbenannt, als erste und bisher einzige Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg.

Hochschulleitungen

Leitung der SISU durch Prof. Josef Hengartner

Rektoren der Fachhochschule, Hochschule und Technischen Hochschule:
1973 – 1980 Prof. Josef Hengartner
1980 – 1989 Prof. Karl Xander
1989 – 2001 Prof. Dr. Günther Hentschel 
2001 – 2015 Prof. Dr. Achim Bubenzer
2015 – heute Prof. Dr. Volker Reuter

Ehrenmitglieder

Ehrenmedaille der Technischen Hochschule Ulm
  • Dr. Jan Stefan Roell

Ehrensenatoren
  • Dipl.-Ing. Manfred Tries
  • Dipl.-Phys. Jürgen Dangel
  • Dr.-Ing. Gerhard Jäger

Energiepark

Der Energiepark auf dem Campus Prittwitzstraße ist einzigartig in der deutschen Hochschullandschaft. Er reflektiert Ingenieurleistung sowie Nutzen und Chancen, die mit den verschiedenen Verfahren der Energiegewinnung einhergehen. Durch industrielle Großobjekte führt er dem Spaziergänger die historische Entwicklung exemplarisch vor Augen. Mit seinen knappen Informationen zum Wirkungsprinzip und die wertfreie Einordnung des Nutzungspotentials will er zum Diskurs anregen.Die Exponate liefern einen wichtigen Ausschnitt aus dem heutigen Technologiespektrum für die Energiegewinnung, das ergänzt wird durch die mittlerweile allgegenwärtigen Solarzellen und Windkraftanlagen.

Der Energiepark steht allen interessierten Bürgern offen. Ein Begleitheft mit Lageplan, das die einzelnen Objekte in Bezug zu ihren Erfindern und Entwicklern setzt, kann kostenlos angefordert werden. Ein Auszug findet sich unter dem Link in der grauen Randspalte. Auf Anfrage führt die Hochschule Ulm auch Führungen für Schulklassen ("Unterricht auf dem Campus") und andere interessierten Gruppen durch. Interessenten können sich an folgende Kontaktpersonen wenden:
Die Idee und ihre Förderer
Als der Mensch das Feuer entdeckte und das Rad erfand, von da an spätestens hatte er sich dem technischen Fortschritt verschrieben. Heute bestimmt Technik den Alltag des Menschen stärker denn je - meist ohne dass ihm die Tatsache selbst und die Leistung, die dahinter steckt, bewusst werden.

Die Idee zum Energiepark wurde 1999 geboren, als ein großvolumiges Geschenk ins Haus stand: Teile einer Turbine aus dem Kernkraftwerk Grundremmingen, das im Rahmen eines EU-geförderten Forschungsprojektes den risikoarmen Rückbau eines Atomkraftwerkes erprobte. Bereits vorhandene Großobjekte wie die Lokomobile und der Turbinenläufer im Innenhof ließen den Wunsch nach einem Technik-Ensemble wach werden, das auf einem Hochschulcampus einzigartig ist und Anschauung pur für den Ingenieurnachwuchs bietet. Eine Reihe von Stiftern und Spendern haben mit dazu beigetragen, dass heute auf dem Campus beispielsweise alle vier Turbinentypen vertreten sind, die Ingenieure bislang entwickelt haben.

Energie heißt Fortschritt. Das Begleitheft zum Energiepark finden Sie hier.

Unser Konzept hatte folgende Unternehmen und Privatpersonen überzeugt, Stifter, Spender oder Pate zu werden. Für Geld- und Sachspenden gilt unser Dank:

E.ON Energie AG, München
Eugen und Irmgard Hahn -Stiftung, Esslingen
EvoBus GmbH, Ulm
Prof. Dr. Albert Haug, Neu-Ulm
Firma Hefele, Blaustein
RWE Power AG, Essen
SIEMENS AG,Niederlassung Ulm/Stuttgart
SWU Energie GmbH, Ulm
Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co KG, Laupheim
Voith Siemens Hydr Power Generation GmbH & Co KG, Heidenheim
Wieland-Werke AG, Ulm

Interessiert? Wenn auch Sie Stifter, Spender oder Pate werden wollen kontaktieren Sie uns über rektorat@hs-ulm.de
Stetig nagt der Zahn der Zeit an den Objekten, weswegen sich die THU angesichts des Erhaltungsaufwand über privates Engagement freut.

 

Die Objekte

Energie aus Wasserkraft

Die Pelton-Turbine
Dieser Turbinentyp liefert in Minutenschnelle Höchstleistung von 100 kW bis 400 MW bei Fallhöhen des Wassers von 100 - 2000 m. Typisch sind becherförmige Schaufeln, die jeweils aus zwei Halbschalen mit einer Wasserscheide in der Mitte gebildet werden. Standort: Hauptzufahrt.


Die Kaplan-Turbine
Dieser Typ wird bei niedrigen, schwankenden Fallhöhen von 2 - 80 m eingesetzt. Der Leistungsbereich liegt zwischen 100 kW und 80 MW bei einem Wirkungsgrad bis 95 Prozent. Die Schaufeln von Lauf- und Leitrad sind verstellbar. Standort: vor dem A-Bau

Die Francis-Turbine
Vielseitige Turbine für Pumpspeicherkraftwerke bei Fallhöhen von 15 - 850 m, Leistung 110 kW - 880 MW bei einem Wirkungsgrad von über 95 Prozent; Schaufeln des Laufrades feststehend, die des Leitrades beweglich. Standort: Im Innenhof.

Energie aus Wasserdampf


Das Pumpenrad
Die Pumpe führt den nach dem Wasser/Dampfkreislauf kondensierten Wasserdampf zum Erzeuger zurück. Das Exponat ist eine Umwälzpumpe aus dem zurückgebauten Block A des KKW Gundremmingen. Standort: Mensa

Die Lokomobile
Diese Lokomoile ist ein spätes Exemplar, 1909 von den Vereinigten Fabriken landwirtschaftlicher Maschinen in Augsburg erbaut, und erzeugt 7,4 kW Leistung. Sie diente als Dreschmaschine in Jungingen. Standort: Im Foyer des B-Baus.


Die Dampf-Turbine
Der Läufer gehörte 1917 zum weltgrößten Turbogenerator, vermutlich von AEG im Auftrag der RWE gebaut. Er lieferte eine Leistung von 50.000 kW. Der Frischdampf besaß einen Druck von 16 bar und war 325 Grad Celsius heiß. Standort: Im Innenhof.

Energie aus Kernkraft

Die Niederdruck-Turbine
Halbrad und Längsschnitt durch den Läufer dieses extrem leistungsstarken Turbinentyps stammen aus dem KKW Grundremmingen. Der durch Kernenergie erzeugte Wasserdampf strömt mit höherem Druck und höherer Temperatur in die Turbine ein als er austritt. Standort: zwischen Mensa und B-Bau


Das Labor für Strahlenmesstechnik
Mit ihrem Schulungsreaktor und der kerntechnischen Ausbildung trägt die Hochschule Ulm seit Jahrzehnten zu den hohen Sicherheitsstandards in Deutschland bei. Im Energiepark weist eine Stele darauf hin. Standort: H-Bau.

Energie aus Sonnenlicht

Die Solarzelle
Die klassischen Solarzellen aus Silizium erzeugen Strom geräuschlos und schadstofffrei durch direkte Umwandlung von Strahlungsenergie in elektrische Energie. Das Laborgebäude F ist mit einer flächendeckenden leistungsstarken Photovoltaik-Anlage ausgestattet.

Energie aus Windkraft

Die Windkraftanlage
Windkraftanlagen wandeln die Bewegungsenergie des Windes um in elektrischen Strom. Aufgrund ihrer Dimension gibt es auf dem Campus kein Exponat: Rotordurchmesser bis zu 128 m, Nabenhöhen bis 140 m, Leistung bis 7,5 MW.


Quicklinks